Die Filme Full Metal Village (2006) |
Männer auf Rädern BRD 1993
Felix denkt immer nur an das eine. Er will nur radfahren, immer weiter, immer verwegener, immer extremer. Freundin Eva ist davon nicht eben begeistert. Hat sie anfangs noch wohlwollend mitgemacht, ist es ihr nun schon längst viel zu blöd, eine Begleitung zu spielen, die doch nicht mithalten kann. Sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und lässt ihren Rad-Junky allein. Da kann er zwar strampeln soviel er will, denkt aber allmählich immer öfter über seine seltsame Situation nach. Damals, nachdem der Führerschein weg war, genügte noch ein Billigrad aus dem Kaffeeladen um die Ecke. Heute ist er süchtiger Besitzer diverser sündhaft teuer Rennmaschinen. Ist das noch normal? Eine Therapie muss her - und siehe da, die Spezialisten kennen das Problem zur Genüge: Männer und Frauen passen eben doch nicht zusammen.
Ausgezeichnet mit dem Adolf Grimme Preis 1994 Begründung der Jury: "Welch ein Sujet: die Radfahrerleidenschaft von Männern, vorzugsweise in der Mitte des Lebens. Ein bisschen Krise, ein bisschen Langeweile - und dann die Vision, auf den eleganten Stahlrahmen mit den edlen Zutaten aus dem juweliergleichen Bike-Laden der Alltäglichkeit davonzufahren. Was andere zu platten sozio-psychologischen Studien verleitet hätte, hat Carle zu einem virtuosen Kabinettstückchen verlockt. Mit bewundernswerter Leichtigkeit, mit Ironie (die mehr als nur einen Hauch liebevoller Anteilnahme nicht ganz verdecken kann), mit Witz und Einfallsreichtum erfindet und erzählt er eine individuelle Geschichte der Radler-Sucht, der die Frauen nur entfliehen können."
Pressestimmen"Mit feiner Ironie rekonstruiert Thomas Carle den Verlauf dieser speziellen, legalen Drogen-Karriere, untermauert sie mit Experten-Statements (Walter Röhrl!) und dokumentarischem Material. [...] Leichthin collagiert Carle dieses Phänomen der zivilisierten Bewegungssucht ins Bild, bricht es mit witzigen Einfällen, kommentiert mit stimmungsgerechter Musik: Szenen einer Ehe." "Hier ist Carle [...] zum ersten Mal seinem Traum, einen echten Spielfilm zu realisieren, einen großen Schritt näher gekommen. Denn in 'Männern auf Rädern' arbeitete er zum ersten Mal durchgehend mit Schauspielern und erzählte eine frei erfundene Geschichte - wenngleich mit privatem Hintergrund, wie der Fahrradnarr Carle gesteht. Hier spielt er ironisch mit dem Genre, erzählt die tragikomische Geschichte des radsüchtigen Felix als Pseudo-Dokumentation mit eingespielten Nonsens-Interviews, Gesprächen in der Selbsthilfegruppe und absurden Reiseberichten." |